1. KÖRPER, ENTWICKLUNGSTRAUMA UND GLAUBENSSÄTZE.
Vom alten Muster zum lebendigen Kontakt.
Wir sprechen oft von Körper, Geist und Seele – und meinen doch immer den ganzen Menschen.
Das wird nicht nur verständlicher, sondern auch unmittelbar erfahrbar, wenn Psychotherapie durch Körperarbeit ergänzt wird. In der körperorientierten Betrachtung des Menschen wird davon ausgegangen, dass jedes seelische Erleben im Körper gespiegelt wird – als Empfindung, Überzeugung oder Symptom.
Deshalb werden verbale Interventionen um eine feinere Wahrnehmung des Körpers ergänzt: durch Lauschen, Spüren und – wenn es stimmig ist – auch durch achtsame Berührung. So entstehen zwei unterschiedliche Zugänge zum Erleben, die sich zu einer gemeinsamen Arbeitsweise verbinden. Dabei zeigt sich immer wieder: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.
Unsere Beziehungsmuster entstehen aus frühen Bindungserfahrungen. Aus ihnen entwickeln sich innere Haltungen und Glaubenssätze, die unser Selbstbild prägen und beeinflussen, wie wir mit anderen Menschen in Kontakt treten. Viele dieser Prägungen lassen sich allein auf der gedanklichen Ebene nur begrenzt verändern.
Ein Verständnis für die Wechselwirkung zwischen emotionalen Strukturen und körperlichen Spannungen hilft uns, diese Muster zu erkennen und in Bewegung zu bringen. Jeder Mensch trägt grundlegende innere Überzeugungen in sich, die unser Verhalten und unsere Beziehungen prägen. In der körperorientierten Psychotherapie lassen sich diese Muster auch bestimmten Charakterstrukturen zuordnen.
Im Seminar erforschen wir, wie diese Prägungen unsere Beziehungsfähigkeit im persönlichen wie im beruflichen Leben beeinflussen. Durch körpertherapeutisches Wissen und gezielte Übungen werden diese Zusammenhänge spürbarer und verständlicher. In Verbindung mit der Arbeit an Glaubenssätzen kann ein tieferes Verständnis für die eigenen Muster entstehen – und damit die Möglichkeit für neue Formen von Kontakt.
Ein wichtiger Teil dieser Arbeit ist das Lauschen: der eigenen inneren Sprache ebenso wie der des Gegenübers. Wenn wir beginnen, langsamer hinzuspüren und Bewertungen loszulassen, können sich neue Perspektiven öffnen.
Dabei unterstützen uns einfache, aber wirkungsvolle Schritte:
• genaues Hinspüren
• Entschleunigung
• Bewertungen loslassen
• sich selbst und dem Gegenüber neugierig, interessiert und entspannt zuwenden
Diese Haltung ermöglicht es, destruktive Glaubenssätze und gewohnte Verhaltensweisen bewusster zu erkennen und auf einer tieferen Ebene zu verstehen.
Durch praktische Körperübungen und einen Charaktertypen-Test kannst du mehr über deine eigene Struktur erfahren und eine Verbindung zu deinen inneren Mustern herstellen. Oft antwortet der Körper auf diese Form der Aufmerksamkeit und unterstützt uns dabei, unsere Beziehungsfähigkeit zu vertiefen und alte Muster in Bewegung zu bringen.
Die Begleitung im Seminar erfolgt achtsam und traumasensibel, sodass jede Erfahrung im eigenen Tempo stattfinden kann.
Wann: 16.05.2026 - 17.05.2026
Samstag: 10:00 – 17:00 Uhr I inkl. Mittagspause
Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr I inkl. Mittagspause
Wo: Yoga 1a
Kosten: 425,- €
Abschluss: Zertifikat
2.DIE KRAFT GESUNDER AGGRESSION.
Von Rückzug zu Lebendigkeit.
Aggression ist eine grundlegende menschliche Fähigkeit zur Selbstbehauptung und spielt eine wichtige Rolle für ein gesundes Selbstwertgefühl. Sie hilft uns, Grenzen zu setzen und das zu erreichen, was wir brauchen.
Wird diese Kraft über lange Zeit unterdrückt, kann sie sich gegen uns selbst richten. Statt Lebendigkeit entstehen Rückzug, Erschöpfung oder depressive Zustände. Depression trennt uns von unserer Vitalität und lässt uns innerlich erstarren.
Gerade über den Körper können wir wieder Zugang zu unserer Lebenskraft finden.
Sich wieder lebendig zu fühlen bedeutet auch, die Vorstellung loszulassen, dass andere dauerhaft für unser Wohlbefinden sorgen müssen. Es bedeutet, den Ärger und die Wut über vergangene Verletzungen anzuerkennen und sich aus dem Kreislauf von Verzweiflung, Resignation und Rückzug zu lösen.
Im Seminar stellen wir uns Fragen wie:
Was geschieht, wenn wir uns erlauben, verdrängte Verletzungen wieder spürbarer werden zu lassen – und anstatt in den gewohnten Rückzug zu gehen, unsere Aggressionsenergie wahrnehmen? Eine Energie, die uns vielleicht damals hätte schützen können, die jedoch aus Angst vor Bindungsverlust gegen uns selbst gerichtet wurde.
Was verändert sich, wenn wir unserer Wut bewusst begegnen, ihre Energie im Körper spüren und ihr in einem sicheren Rahmen Ausdruck geben?
Was wird möglich, wenn wir wieder Zugang zu unserer Vitalität finden?
Wut ist ein wichtiges Signal dafür, dass unsere Grenzen überschritten werden. Die Energie der Aggression kann uns helfen, uns klarer auszudrücken, uns zu schützen und für das einzustehen, was wir brauchen.
In diesem Seminar erforschen wir unter sicheren Bedingungen unsere eigene Wut und ihre Kraft. Wir untersuchen unsere Haltung zu ihr und unsere Reaktionen auf andere Menschen. Dabei lernen wir, diese Energie im Körper wahrzunehmen und auf eine bewusste und gesunde Weise auszudrücken.
Gleichzeitig prüfen wir, ob Gefühle wie Resignation, Hilflosigkeit oder Verzweiflung möglicherweise automatische Reaktionen auf frühere Erfahrungen sind.
Wenn wir unsere Aggression wieder als Teil unserer Lebenskraft verstehen, holen wir einen wichtigen Teil von uns selbst zurück – den Teil, der uns aus dem Rückzug wieder ins Leben führen kann.
Auch dieses Seminar wird achtsam und traumasensibel begleitet, sodass jede Person in ihrem eigenen Tempo arbeiten kann.
Wann: 30.05.2026 - 31.05.2026
Samstag: 10:00 – 17:00 Uhr I inkl. Mittagspause
Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr I inkl. Mittagspause
Wo: Yoga 1a
Kosten: 425,- €
Abschluss: Zertifikat
Gefährten
Traumainstitut.
Humanistische Haltung in traumasicherer Begleitung
Die humanistischen Therapieformen haben über viele Jahre einen Raum geschaffen, in dem Entwicklung möglich wird – getragen von Empathie, Echtheit und der Würde des Menschen.
Auf diesem Boden baut das Gefährten Traumatraining auf.
Es erweitert diese Haltung um eine Perspektive, die heute nicht mehr wegzudenken ist: das Verständnis des Nervensystems und die Dynamik von Trauma. Denn Erkenntnis allein reguliert kein Nervensystem.
Was sich dabei verändert, ist nicht die Haltung – sondern der Zugang.
Wir schauen nicht nur auf Konflikte, sondern auf die Zustände, in denen sie entstehen.
Nicht nur auf Verhalten, sondern auf die Überlebensmuster, die es geprägt haben.
Nicht nur auf das, was verstanden werden will, sondern auf das, was zuerst Sicherheit braucht, um überhaupt erfahrbar zu werden.
Erfahrung statt reiner Erkenntnis
Im Zentrum unserer Arbeit steht die Erfahrung. Wir arbeiten weniger am Verhalten und mehr mit den inneren Überlebensmustern, die es hervorgebracht haben. Statt Lösungen zu suchen, begünstigen wir Bedingungen, unter denen sich etwas lösen kann. Wir folgen dabei keinem festen Plan, sondern einer klaren Intention:
Kontakt, Regulation und Würde.
Das bedeutet auch: Du lernst nicht, Schritte abzuarbeiten – sondern im Kontakt zu bleiben und daraus zu begleiten.
Vier Ansätze – eine Praxis
Im Traumatraining lernst du mehrere therapeutische Zugänge gleichzeitig kennen:
Gestalttherapie, körperorientierte Arbeit, klientenzentrierte Haltung und systemisches Denken. Im traumasicheren Kontext bleiben diese Ansätze sich selbst treu – und entfalten gleichzeitig eine neue Wirkung.
So entsteht keine Sammlung von Methoden, sondern eine integrierte Praxis. Eine Praxis, die präziser wird, ohne an Menschlichkeit zu verlieren. Und mitfühlender, ohne an Klarheit einzubüßen.
Denken und Fühlen im Zusammenspiel
Die Arbeit verbindet kognitive Klarheit mit verkörpertem Erleben. Eine regulierende Herz–Kopf-Achse unterstützt diesen Prozess: Denken und Fühlen wirken nicht getrennt, sondern im Zusammenspiel.
So entsteht eine Begleitung, die differenziert und mitfühlend zugleich ist.
Was traumasichere Begleitung ermöglicht
Veränderung geschieht nicht durch Druck. Sie entsteht dort, wo Menschen sich sicher genug fühlen, um sich selbst zu begegnen.
Genau hier setzt das Gefährten Traumatraining an. Es vermittelt nicht nur Wissen oder Methoden, sondern eine Haltung, die trägt – in der Arbeit mit Klientinnen und Klienten ebenso wie im eigenen Erleben.
Der Kern:
Wir überleben durch Trennung. Und wir heilen durch Verbindung.
In der Begegnung zutiefst berührt zu sein und Klarheit zu bewahren:
danach strebe ich und das möchte ich weitergeben.
- Dariusz -